Katzenjammer

Er redet.

Wallende Worte entweichen seinem Mund, Töne, Laute, heftig wild, energisch, laut, ungebündelt - es staute sich auf. Wut beschallt mein Ohr, Ärger, bohrende Verzweiflung. "Wo ist die Tür?", fragt er sich sicher. Gibt es eine Tür, hinaus, heraus, aus dem Labyrinth?

Ich schweige.

Ohnmächtig höre ich zu. Wieso sage ich nichts? Wieso schafft kein Ton es, sich den Weg über meine Lippen zu bahnen? Ich. Ich, der ich oft zuhöre, der es gewohnt ist, Rat zu erteilen, seine Gedanken zu teilen.

Wieso schweige ich nun - nun, als es so dringend gefragt war? Kann ich nicht? Will ich nicht? Oder bin ich gar nicht gefragt, bin ich zum Zuhören verdammt, sollen die Worte, die Gedanken, die mein Herz erfüllen, gar nicht nach außen dringen, ist es ihr verdammtes Schicksal, ungehört, formlos zu bleiben? Ich weiß es nicht...

Wo bist du, Regenbogen? Dir will ich folgen - reichen wir uns die Hand? Meine zittert. Sie hat Angst. Zukunftsangst.

25.5.07 23:09

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